Benaro Finanzen

Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen nutzen

Mitarbeiteraktien versteuert, obwohl bis 2.000 Euro steuerfrei gewesen wären.

Wer von seinem Arbeitgeber Aktien, GmbH-Anteile oder eine andere Kapitalbeteiligung erhält, sieht in der Gehaltsabrechnung oft den vollen Wert versteuert. Nach § 3 Nr. 39 EStG bleiben bis zu 2.000 Euro im Jahr steuerfrei, wenn die Beteiligung die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.

Von Ben Alexander Borowy, Jurist und Gründer von Benaro Finanzen
Stand · Nach dem an diesem Tag geltenden Recht · Allgemeine Information, keine Steuerberatung im Einzelfall

Der Freibetrag

Überlässt der Arbeitgeber eine Beteiligung am eigenen Unternehmen unentgeltlich oder verbilligt, bleibt ihr Wert nach § 3 Nr. 39 EStG bis 2.000 Euro im Kalenderjahr steuer- und beitragsfrei. Der Betrag wurde durch das Zukunftsfinanzierungsgesetz vom 11. Dezember 2023 von zuvor 1.440 Euro angehoben.

Der Freibetrag gilt pro Person und Jahr, nicht pro Beteiligung. Wird in einem Jahr mehr als 2.000 Euro an Wert übertragen, ist nur der übersteigende Teil steuerpflichtig.

Wer den Freibetrag bekommt

Die Vergünstigung ist an eine Bedingung geknüpft: Das Angebot der Beteiligung muss mindestens allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern offenstehen, die zum Zeitpunkt des Angebots seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in einem gegenwärtigen Dienstverhältnis zum Unternehmen stehen. Eine Beteiligung nur für einzelne Führungskräfte erfüllt diese Voraussetzung nicht.

Rechenbeispiel: Bei einer Beteiligung im Wert von 1.800 Euro bleibt der gesamte Betrag steuerfrei, weil er unter der Grenze von 2.000 Euro liegt. Zieht die Lohnabrechnung trotzdem die volle Lohnsteuer darauf ab, lässt sich das über die Einkommensteuererklärung korrigieren.
Der teuerste Fehler
Den Freibetrag nicht zu prüfen, weil die Gehaltsabrechnung die Beteiligung automatisch wie normalen Lohn versteuert. Viele Lohnbuchhaltungen wenden § 3 Nr. 39 EStG nicht von selbst an, die Korrektur muss dann über die Steuererklärung erfolgen.
  1. Prüfen, ob die Beteiligung allen Mitarbeitenden ab einem Jahr Betriebszugehörigkeit offenstand. Ohne diese Bedingung greift der Freibetrag nicht.
  2. Wert der Beteiligung aus Lohnabrechnung oder Depotunterlagen feststellen.
  3. In der Gehaltsabrechnung nachsehen, ob der Freibetrag schon abgezogen wurde.
  4. Fehlt der Abzug, den Betrag bis 2.000 Euro in der Steuererklärung als steuerfrei angeben.
  5. Unterlagen zur Beteiligung aufbewahren, falls das Finanzamt nachfragt.

Diese Übersicht ersetzt keine Prüfung deines konkreten Falls. Ob die Voraussetzungen des § 3 Nr. 39 EStG erfüllt sind, hängt von der genauen Ausgestaltung der Beteiligung in deinem Unternehmen ab.

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Fundstellen

§ 3 Nr. 39 EStG: Steuerfreiheit von Vorteilen aus Mitarbeiterkapitalbeteiligungen bis 2.000 Euro im Kalenderjahr, in der seit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz vom 11. Dezember 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 354) geltenden Fassung. Stand 16.10.2026

Allgemeine Information zur Rechtslage, keine Steuerberatung im Einzelfall und keine Empfehlung für eine bestimmte Person. Ob die Voraussetzungen des Freibetrags in deinem Fall erfüllt sind, hängt von der konkreten Ausgestaltung der Beteiligung ab. Für eine verbindliche Beurteilung wende dich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.

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